(Warum) Brauchen unsere Zähne Fluorid?

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Hatten Sie als Kind ein paar «Löcher»? Karies war für Schweizer Kinder früher normal. So hatten Zürcher Schülerinnen und Schüler in den 1960-er Jahren im Durchschnitt rund 12 kariöse Zähne. Knapp 50 Jahre später waren es nur noch deren zwei. In erster Linie war das Zähneputzen mit Fluorid angereicherter Zahnpasta der Grund dieser Entwicklung, in zweiter Linie das fluoridierte Speisesalz.

Wo ist Fluorid überall enthalten?

Heute enthalten alle gängigen Zahnpasten Fluorid. Doch auch in vielen anderen Produkten steckt Fluorid. Hierzu Prof. Dr. Daniel Thoma, Facharzt für Rekonstruktive Zahnmedizin am Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich: «Der Durchbruch in der Mundgesundheit (fast keine Karies mehr bei Jugendlichen) der Schweizer Bevölkerung basiert auf Fluorid (in Trinkwasser, Salz, Zahnpaste, Mundspülung etc.).» Auch Fluoridgel hat aufgrund seiner hohen Fluoridkonzentration eine nachhaltig positive Wirkung. So rät Prof. Dr. Nicola Zitzmann, Fachärztin für Rekonstruktive Zahnmedizin am Universitären Zentrum für Zahnmedizin in Basel: «Fluoridmundspüllösungen können Sie täglich verwenden. Hochkonzentrierte Gels im Allgemeinen ein Mal pro Woche.» Auch fluoridiertes Speisesalz ist eine Möglichkeit. Beim Verzehr wird das Fluorid an den Zahnschmelz abgegeben. Unser Körper kann jedoch nicht beliebig viel Fluorid aufnehmen. Noch mehr Salz hilft also nicht.

Wie wirken Fluoride?

Um die Wirkung von Fluoriden zu verstehen, muss man wissen, wie Karies entsteht. Beginnen wir mit dem Zahnschmelz: Er besteht aus einem Kristallgitter aus Hydroxylapatit, in das Magnesium, Natrium, Kalium und andere anorganische Stoffe eingelagert sind. Säuren (die in der Nahrung vorkommen oder von Bakterien gebildet werden) lösen diese Stoffe aus dem Zahnschmelz heraus. Der Zahnschmelz wird porös und Karies entsteht. Fluoride wirken diesem zahnzerstörenden Prozess entgegen und beugen so Karies vor.

Fluorid ist nicht Fluor!

Fluorid ist auch keineswegs zu verwechseln mit dem giftigen Gas Fluor. Die Verbreitung fluoridhaltiger Zahnpasta hat zu einem sehr deutlichen Rückgang von Karies geführt. Es trägt dazu bei, die Zähne widerstandsfähiger zu machen. Im Netz hat es auch viel Kritik an Fluorid – wahrscheinlich auch wegen der Verwechslung mit Fluor. Die Schweizer Zahnärztegesellschaft und der Verband von Swiss Dental Hygienists rät aber ganz klar zur Fluoridierung, da damit Karies signifikant zurückgegangen ist.

Was kann man sonst noch gegen Karies machen?

Neben dem regelmässigen Zähneputzen gibt es noch weitere Massnahmen, die zur Vorbeugung von Karies beitragen können:

Gesunde Ernährung: Reduzieren Sie den Konsum von zucker- und säurehaltigen Lebensmitteln und Getränken, da diese die Entstehung von Karies begünstigen können. Stattdessen sollte auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Milchprodukten geachtet werden.

Zahnseide und Mundspülung: Zusätzlich zum Zähneputzen ist die regelmässige Verwendung von Zahnseide wichtig, um Speisereste und Plaque zwischen den Zähnen zu entfernen. Mundspülungen können ebenfalls helfen, indem sie Bakterien abtöten und die Mundhygiene verbessern.

Regelmässig zum Zahnarzt gehen: Die Früherkennung von Karies und anderen Zahnproblemen ist wichtig, um rechtzeitig eingreifen zu können.

Zahnschutz: Bei bestimmten Risikogruppen (z. B. Kindern oder Menschen mit erhöhtem Kariesrisiko) können zahnärztliche Massnahmen wie das Auftragen von speziellen Lacken oder Versiegelungen auf die Zähne helfen, Karies zu verhindern.

Richtige Putzgewohnheiten: Die richtige Zahnputztechnik ist wichtig. Benutzen Sie eine weiche Zahnbürste und putzen Sie Ihre Zähne sanft mit kreisenden Bewegungen. Achten Sie darauf, dass Sie alle Zähne erreichen, auch die hinteren Backenzähne und die Zunge.

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