Was tun bei Zahnfleischschwund?

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Leicht geschädigtes Zahnfleisch kann sich noch regenerieren, wenn die Ursachen des Zahnfleischschwunds beseitigt werden. Allerdings gibt es derzeit keine Möglichkeit, bereits zurückgebildetes Zahnfleisch wieder aufzubauen. Konkret bedeutet dies, dass der Körper verloren gegangenes Gewebe nicht wieder aufbauen kann. Zahnfleischschwund lässt sich nicht rückgängig machen.

Zahnfleischschwund, auch Parodontitis genannt, betrifft weltweit Menschen aller Altersgruppen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 5 bis 15 Prozent der Weltbevölkerung von schwerer Parodontitis betroffen. Zahnfleischschwund kann in jedem Alter auftreten, ist jedoch besonders in höherem Alter häufig. Ab dem 40. Lebensjahr ist Parodontitis hauptverantwortlich für den Verlust von Zähnen.

Warum entsteht Zahnfleischschwund?

Die Hauptursache für Zahnfleischrückgang ist bakterieller Zahnbelag, der sich auf der Zahnoberfläche und in den Zahnzwischenräumen ansiedelt. Weitere Faktoren sind mangelnde Mundhygiene, unausgewogene Ernährung, Rauchen, genetische Veranlagung und bestimmte Stoffwechselerkrankungen. Zahnfleischschwund beginnt meist mit einer Zahnfleischentzündung, der sogenannten Gingivitis. Hält dieser Zustand über längere Zeit an, greift die Entzündung auf das umliegende Bindegewebe und den Kieferknochen über. In den entstehenden Zahntaschen finden Bakterien ideale Lebensbedingungen und vermehren sich. Sie dringen weiter in das Gewebe ein, bis hin zur Zahnwurzel und zum Zahnhalteapparat.

Was rät der Facharzt?

Durch spezielle zahnärztlich-chirurgische Eingriffe ist es möglich, die Stellen, an denen das Zahnfleisch fehlt, wieder zu bedecken (z.B. im Rahmen einer Zahnfleischtransplantation oder durch eine Verschiebung des Zahnfleisches). Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Gingivakorrektur. Auf diese Weise kann sozusagen „neues“ Zahnfleisch aufgebaut werden. Dies hat nicht nur ästhetischen Gründe. Denn durch die Abdeckung freiliegender Zahnhälse und Zahnwurzeln kann auch die Schmerzempfindlichkeit der Zähne gemindert und das Risiko für Zahnhals- und Wurzelkaries gesenkt werden.

Dr. med. Felix Naef, Fachzahnarzt für Parodontologie in Zürich, rät Sensitivprodukte zu verwenden (z.B. bei Schallzahnbürsten den Sensitivkopf kaufen), keine abrasiven Zahnpasten zu benutzen (praktisch alle Whitening-Zahnpasten sind stark abrasiv). Zudem sei eine korrekte Zahnputztechnik anzuwenden und regelmässige Dentalhygiene durchzuführen. „Verlorenes Zahnfleisch erholt sich nicht. Handelt es sich um Zahnfleischschwund auf der Aussenseite der Zähne, d.h. ohne Knochenverlust um den Zahn, dann kann je nach Begebenheit eine Deckung (Rezessionsdeckung mit Transplantat) durchgeführt werden“, erläutert Naef weiter.

Leicht geschädigtes Zahnfleisch kann sich noch regenerieren, wenn die Ursachen des Zahnfleischschwunds beseitigt werden. Allerdings gibt es derzeit keine Möglichkeit, bereits zurückgebildetes Zahnfleisch wieder aufzubauen. Konkret bedeutet dies, dass der Körper verloren gegangenes Gewebe nicht wieder aufbauen kann: Zahnfleischschwund lässt sich nicht rückgängig machen.

Was ist der Unterschied zwischen Zahnfleischschwund und Parodontitis?

Obwohl die Begriffe Zahnfleischschwund und Parodontitis oft synonym verwendet werden, gibt es einen wichtigen Unterschied. Zahnfleischschwund bezeichnet einen Zahnfleischrückgang ohne Entzündung, während bei einer Parodontitis der Zahnfleischrückgang immer mit einer Entzündung einhergeht.

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