Mundhöhlenkrebs frühzeitig erkennen

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Mundhöhlenkrebs macht in der Schweiz etwa 3,5 Prozent aller Krebserkrankungen bei Männern und 1,9 Prozent bei Frauen aus. Die meisten Betroffenen sind zum Zeitpunkt der Erkrankung über 60 Jahre alt. Seit den 1980-er Jahren haben die Erkrankungen bei den Männern leicht abgenommen, bei den Frauen hingegen zugenommen. Am Wichtigsten ist jedoch die Früherkennung des Krebses. Dabei übernehmen ZahnärztInnen eine entscheidende Rolle.

Mundhöhlenkrebs oder Mundhöhlenkarzinom ist ein bösartiger Tumor im Kopf-Hals-Bereich. Alle Bereiche der Mundhöhle können betroffen sein: die Innenseite der Wangen und Lippen, die Zähne, das Zahnfleisch, der Zungenvorhof, der Mundboden und der vordere Gaumen. Am häufigsten sind jedoch die Zunge und der Mundboden betroffen. Etwa 95 von 100 bösartigen Tumoren der Mundhöhle gehen von der Mundschleimhaut aus.

Krebsverdächtige Stellen in der Mundschleimhaut

Symptome von Mundhöhlenkrebs sind Schmerzen, Schwellungen, Mundgeruch, vermehrter Speichelfluss oder Kau- und Schluckbeschwerden. Krebsverdächtige Stellen in der Mundschleimhaut zeigen sich zum Beispiel durch weisse Flecken (so genannte Leukoplakien) oder örtlich begrenzte Rötungen (Erythroplakien). Die weissen Flecken treten meist in der ersten Phase der Erkrankung auf. Die weisse Farbe entsteht, weil sich durch die Entartung der Schleimhaut übermässig viel Hornhaut bildet, die kleinste Luftbläschen einlagert, die weiss schimmern. Bei den roten Flecken ist die fortschreitende bösartige Entartung oft schon so weit fortgeschritten, dass die Schleimhaut unregelmässig geschichtet ist und ausdünnt, so dass die rötlichen Blutgefässe durchscheinen. Krebs der Lippen macht sich oft als Geschwür bemerkbar, das nicht heilen will.

Entscheidende Rolle der ZahnärztInnen

Bei der Früherkennung dieser Krebsart kommt den ZahnärztInnen eine zentrale Bedeutung zu: Entdecken sie auffällige Stellen an der Mundschleimhaut, überweisen sie zur weiteren Behandlung an Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen, die sowohl Ärzte als auch Zahnärzte sind. Diese überweisen dann bei Krebsverdacht in der Regel an die Hauptabteilungen für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Krankenhäuser und Universitätskliniken, die am Ende der Versorgungskette stehen.

Bei Verdacht auf Mundhöhlenkrebs wird eine gründliche Untersuchung des Mund- und Rachenraums vorgenommen. Mund, Rachen, Nasenhöhlen, Kehlkopf und Luftröhre werden mit einem Endoskop untersucht, von verdächtigen Stellen werden Gewebeproben entnommen. Die Gesichts- und Halsorgane lassen sich mit Röntgenbildern, einer Computertomografie oder einer Magnetresonanztomografie darstellen.

Früherkennung ist das Wichtigste

Krebs kann überall im Mund- und Rachenraum entstehen: an den Lippen, der Zunge, dem Zahnfleisch, den Wangen, dem harten oder weichen Gaumen, dem Zungengrund, dem oberen oder unteren Rachen. Wird der Krebs früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. Unklare weisse oder rote Flecken der Mundschleimhaut und der Lippen sollten daher immer abgeklärt werden. Besonderes Augenmerk ist auf Geschwüre der Mundschleimhaut mit erhabenen Wänden oder einem harten Tastbefund, der so genannten Krebshärte, zu richten.

Lebenserwartung nach Mundhöhlenkrebs ist gestiegen

Die Behandlung von Mundhöhlenkrebs hängt von der Lokalisation und der Ausdehnung des Tumors ab. Eine Gruppe von Spezialisten verschiedener Fachrichtungen entscheidet über die geeignete Therapie. Meist wird der Mundhöhlenkrebs zunächst mit einem sogenannten Sicherheitsabstand operativ entfernt. Wenn Tumorzellen oder Metastasen in den Lymphknoten gefunden werden oder wenn der Tumor Nerven, Gefässe, Knochen oder andere Strukturen in der Nähe befallen hat, kann zusätzlich eine Strahlentherapie mit oder ohne Chemotherapie notwendig sein. Ziel der Behandlung ist die vollständige Heilung, sofern die Erkrankung früh genug erkannt wurde. Die Lebenserwartung nach einer Krebserkrankung der Mundhöhle ist in den letzten zehn Jahren gestiegen.

Vermeidung von Risikofaktoren

60 bis 90 Prozent der Personen, die an Mundhöhlenkrebs erkrankt sind, waren starke Raucher. Oder anders gesagt: Raucher haben ein 66-fach erhöhtes Risiko, an Mundhöhlenkrebs zu erkranken als Nichtraucher. Ebenfalls wird das Risiko durch den regelmässigen Konsum von hochprozentigem Alkohol erhöht, und zwar um das Vierfache. Kombiniert man beide Suchtverhalten, addiert beziehungsweise vervielfacht sich das Risiko. Ein Rauchstopp senkt das Risiko an Mundhöhlenkrebs zu erkranken oder zu sterben, bereits nach drei bis fünf Jahren deutlich.

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