Röntgenstrahlen beim Zahnarzt: Vergleich der Strahlenbelastung

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Röntgen in der Zahnarztpraxis

Auch heute, 128 Jahre nach ihrer Entdeckung, sind Röntgenstrahlen ein wichtiges Hilfsmittel in der Diagnostik und werden täglich eingesetzt. Unbedenklich? Moderne digitale Röntgengeräte, wie sie heute in vielen Zahnarztpraxen eingesetzt werden, reduzieren die Strahlenbelastung bereits erheblich. Auch Schwangere können, falls wirkliche Notwendigkeit besteht, geröntgt werden. Hintergrundinformationen und Vergleich der Strahlenbelastung:

Entdeckung der Röntgenstrahlen

Die Röntgenstrahlen wurden am 8. November 1895 von Wilhelm Conrad Röntgen in Würzburg entdeckt. 1901 erhielt er dafür den Nobelpreis.

Die ersten medizinischen Röntgenaufnahmen wurden im Januar 1896 an der Wiener Universitätsklinik angefertigt. Zunächst konnten nur Extremitäten dargestellt werden. Im Laufe des Jahres 1896 entstanden die ersten Aufnahmen von Hals, Thorax (Brustkorb) und Abdomen (Bauchraum). Wann genau die ersten Röntgenaufnahmen von Zähnen gemacht wurden, ist nicht bekannt. Vermutlich entstanden sie kurz nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen, da diese Technologie rasch für medizinische Zwecke genutzt wurde.

Bekannt ist, dass Röntgenstrahlen nicht ungefährlich sind. Es handelt sich um eine ionisierende Strahlung, die auch von radioaktiven Stoffen ausgeht. Diese Strahlung kann, wenn sie in hohen Dosen oder über längere Zeit auf den Körper einwirkt, die Entstehung von Krebs begünstigen.

Vergleich

Der Mensch ist auch anderen Quellen von Röntgenstrahlung ausgesetzt. Oft genannter Vergleich: Das Fliegen. Vergleicht man nun die Strahlenbelastung beim Fliegen mit derjenigen beim Zahnarztbesuch, so ergibt sich folgendes, konkretes Bild:

Ein Flug Zürich-New York retour, führt zu einer durchschnittlichen effektiven Dosis von ca. 100 Mikrosievert (µSv)

Die Orthopantomogramm-Aufnahme (OPT/OGP) beim Zahnarzt belastet den Organismus mit durchschnittlich 50 Mikrosievert (µSv)

Das Bundesamt für Strahlenschutz fasst es so zusammen: «Die Strahlenbelastung durch zwei digitale Röntgenbilder beim Zahnarzt ist vergleichbar mit der Menge an kosmischer Strahlung (Strahlung aus dem Weltall), der man bei einem kurzen Flug zum Beispiel von Frankfurt nach Paris ausgesetzt ist.»

Röntgen bei Schwangeren

Auch bei Schwangeren kann geröntgt werden. Wichtig ist jedoch, dass die ZahnmedizinerIn über die Schwangerschaft informiert wird, damit die notwendigen Schutzmassnahmen getroffen werden können. «Röntgenstrahlen sollten bei Schwangeren möglichst vermieden werden. Wenn sie jedoch notwendig sind, sollten sie, unter Beachtung der entsprechenden Schutzmassnahmen für die Patientin und das ungeborene Kind, durchgeführt werden,» erklärt Dr. med. Dr. med. dent. Sandra Fatori.(siehe Beitrag Schwangere in der Zahnarztpraxis)

Wird auch in Zukunft geröntgt?

Die Forschung arbeitet daran, die Strahlenbelastung für die Patienten zu reduzieren und die Bildqualität zu verbessern. Möglicherweise wird die MRT Magnetresonanztomographie in Zukunft das Röntgen in der medizinischen Diagnostik ersetzen. Die MRT hat den Vorteil, dass sie keine Strahlung abgibt und auch Weichgewebe abbilden kann. Forscher und Ärzte des Universitätsklinikums Freiburg haben ein MRT-Verfahren entwickelt, mit dem sich schnell hochauflösende dreidimensionale Bilder erzeugen lassen. Das neue Verfahren trägt wesentlich dazu bei, dass die Magnetresonanztomographie in Zukunft die herkömmliche Röntgendiagnostik in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ablösen kann. Wann genau dies der Fall sein wird und ob die MRT das Röntgen vollständig ersetzen wird, ist allerdings noch unklar.

Heute gilt generell:

Bei der Anwendung von Röntgenstrahlen gilt der strenge Grundsatz: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Zahnärztinnen und Zahnärzte sind geschult, die Notwendigkeit von Röntgenaufnahmen sorgfältig abzuwägen und die Strahlenbelastung für ihre Patienten so gering wie möglich zu halten.

Kontakt: Bundesamt für Strahlenschutz

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