Implantologie, Infektionen und Innovationen mit Prof. em. Dr. Daniel Buser

Trends in der Implantologie als Sendungs Thema
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Prof. em. Dr. med. dent. Daniel Buser, ehemaliger Direktor der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie an den Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern zmk Uni Bern, hat einen bedeutenden und dauerhaften Einfluss auf das Fachgebiet ausgeübt. Er hat dazu beigetragen, dass Parodontologen und Oralchirurgen weltweit einmalig zusammenarbeiten. Dies hat dazu geführt, dass die Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern (ZMK) seit 2016 zu den Top 10 weltweit gehören. Heute hält er weltweit Vorträge über die Herausforderungen in der Implantologie, um sein Wissen weiterzugeben.

Die Zukunft der Zahnmedizin sieht Buser in einer verstärkten interdisziplinären Zusammenarbeit. Im Podcast sprechen wir über seine Beiträge zur Zahnmedizin, über Infektionen und Innovationen. Und Buser hat einen Rat für die nächste Generation von Zahnärztinnen und Zahnärzte. Jetzt zu sehen und hören in dieser Sendung:

Implantologie Spezial Podcast mit Professor Daniel Buser über Infektionen, Innovationen und vieles mehr

Podcast Sponsor

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Teil-Transkript

Spezialsendung Implantologie, Infektionen und Innovationen

Gredig: Herzlich willkommen Professor Dani Buser. Sie haben die Zahnmedizin als Klinikdirektor an der zmk Uni Bern massgeblich geprägt. Man sagt, Sie hätten der Zahnmedizin zur Champions League verholfen. Kann man das so sagen?

Buser: Für mich stand immer der Teamgedanke im Mittelpunkt. So habe ich es geschafft, dass – weltweit einmalig – Parodontologen und Oralchirurgen zusammenarbeiten. Deshalb gehören die Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern (ZMK) seit 2016 zu den Top 10 weltweit.

Gredig: Wie wichtig ist so ein gutes Ranking?

Buser: Die zmk Uni Bern wurde jahrelang stiefmütterlich behandelt. Dies hat sich grundlegend geändert. Wir sind 2005 zum ersten Mal in einem Ranking auf Platz 35 gelandet. Daraus habe ich dann ein Medienthema gemacht. So titelte die Berner Zeitung: «Weltklasse und keiner weiss es». Ich habe dann den Professor für Marketing an der Universität Bern kontaktiert und ihn gebeten, uns einmal zu beurteilen. Er hat dann gesagt, dass wir uns völlig unter Wert verkaufen. Daraufhin haben wir unser Marketingkonzept komplett überarbeitet. Heute sind wir eines der Schwerpunktfächer der medizinischen Fakultät in Bern und eng mit den anderen Fächern vernetzt.

Teamarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Gredig: Dieses visionäre Denken, Schulterschlüsse zu machen, liegen Ihnen also sehr.

Buser: Ja, das liegt mir sehr und das habe ich im Sport gelernt. Handballer haben von klein auf gelernt, dass man im Team viel erfolgreicher ist. Als ich die Klinik übernommen habe, habe ich wie im Sport ein Team zusammengestellt.

Gredig: Als Sie pensioniert wurden haben sie gesagt, dass Sie nun mehr Vorträge halten wollten?  

Buser: Ich komme gerade von einem Kongress in Chicago, wo ich einen Vortrag gehalten habe. Ich glaube, die grösste Herausforderung heute ist, dass wir viele Infektionen haben, das war auch mein Vortragsthema. In der Implantologie sprechen wir von einer Infektionsrate von 10 bis 25 Prozent. 80% der Infektionen entstehen am Tag 1, also wenn das Implantat gesetzt wird. Wir müssen also über Prävention sprechen, wie wir diese Infektionen verhindern können. Teils müssen die Implantate verbessert werden, teils aber auch die Skills der ZahnärztInnen. Ich bin überzeugt, wenn man nur 5 Implantate pro Jahr setzt, ist das viel zu wenig.

Rat an Patientinnen und Patienten

Gredig: Was raten Sie z. Bsp. einer 60-jährigen Frau, die ein Seitenzahnimplantat braucht?

Buser: Sie soll sich in erster Linie auf der Homepage der Implantat Stiftung Schweiz informieren (Anmerkung der Redaktion: https://implantatstiftung.ch/). Ich war während 14 Jahren Präsident dieser Stiftung. Heute wird sie von Prof. Dr. med. dent. Ronald E. Jung erfolgreich weitergeführt. Seit der Gründung 2007 führt die Stiftung in einem dreijährigen Zyklus einen Implantatkongress für ZahnärztInnen durch, der auch dieses Jahr wieder stattfindet (Anmerkung der Redaktion https://implantatstiftung.ch/kongress/). Auf der Seite sind die Zahnärzte mit der Spezialausbildung aufgelistet.

Gredig: Sie haben vielen Berufskolleginnen und Kollegen zur Karriere verholfen. Welche Tipps geben Sie heute einem jungen Zahnmedizinstudierendem mit auf den Weg?

Buser: Unter meiner Führung haben sich 7 MitarbeiterInnen habilitiert. Wenn man diesen Weg gehen will, muss man wissen, dass die Innovation noch nicht am Ende ist. Heute geht es nur um andere Bereiche. Die Digitalisierung ist ein Riesenthema, das die Zahnmedizin enorm bereichert. Ich operiere heute zu etwa 40 Prozent digital. Das Wichtigste ist, Mentoren zu haben. Der Alleskönner hat keine Chance – man muss sich auf eine Nische konzentrieren.

Gredig: Der Zahnarzt der gelegentlich operiert und auch noch die Krone selbst herstellt ist also nicht die Entwicklung die Sie herbeisehnen?

Buser: Der zukünftige Set-up ist, dass sich alle gegenseitig ergänzen. Wir haben vier Handlungskreise. Die Entscheidungen werden immer vom klinischen Team getroffen. Das sind der Chirurg, der Prothetiker, der Techniker und die Hygienikerin – die Gesamtbetreuung ist das Wichtigste. In der Zahntechnik haben wir ein Nachwuchsproblem. Man muss den Beruf zeitgemäss bewerben, auch was die neuesten digitalen Methoden anbelangt.

Gredig: Wohin geht’s allgemein mit der Zahnmedizin?

Buser: Die Zahnmedizin befindet sich in einer Übergangsphase, man muss sich mit den Gegebenheiten vertraut machen. Die Veränderungen sind keine Disqualifizierung der einzelnen Akteure. Es geht in Richtung Gruppenpraxen.

Vielen Dank Prof Dani Buser!

Dies ist ein Teil-Transkript der Sendung. Die ganze Sendung ist als Video oder Podcast zu hören:

Podcast

Podcast Produktion: Finanz Fabio

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