VZLS Swiss Dental Laboratories: Neue Führung, neue Strategie
Der Verband VZLS startet mit einer neuen Führung in eine entscheidende Phase: Renzo Trachsler hat das Amt des Verbandspräsidenten von Marco Camin übernommen und der Zentralvorstand setzt sich neu zusammen.
Aktuell zählt die Schweiz rund 700 Zahntechnische Labore, von denen etwa 450 im VZLS organisiert sind. Angesichts von Markttrends wie der Polarisierung der Laborgrössen, dem Einstieg externer Finanzinvestoren und der rasanten Digitalisierung konzentriert sich der VZLS auf die Ausarbeitung der Strategie 2026–2030. Wie sieht diese aus?
Im Gespräch erklären der neue VZLS-Präsident Renzo Trachsler und Laborinhaber Roland Zellweger, zuständig für das Ressort Grundbildung, wie der Verband die Schweizer Labore aktiv durch diesen Wandel begleiten will.
Interview VZLS
SDN: Renzo Trachsler Sie haben die Nachfolge von Marco Camin als Verbandspräsident vom VZLS übernommen. Wie beurteilen Sie den Stand der Zahntechnik Schweiz zum heutigen Zeitpunkt?
Trachsler: Vielen Dank — es war/ist mir eine Ehre, das Amt von Marco Camin zu übernehmen. Mein Team und ich sind gut gestartet und konzentrieren uns aktuell intensiv auf die Ausarbeitung der neuen strategischen Ausrichtung (Strategie 2026–2030) des Verbandes. Zurzeit sind zwei Trends in der Mitgliederstruktur erkennbar. Erstens eine Polarisierung weg von mittleren Laborgrössen hin zu sehr kleinen und grossen Labors mit 15 und mehr Angestellten. Zweitens ein zunehmendes Engagement von Finanzinvestoren und externen Kapitalgebern, die vereinzelt ganze Labors aufbauen/aufkaufen oder Beteiligungen eingehen. Beide Erkenntnisse werden in die neue Verbandsstrategie miteinfliessen.
SDN: Welche Herausforderungen will der VZLS zukünftig meistern?
Trachsler: Für unseren Verband stehen neben der Erneuerung der eigenen Verbandsstruktur drei zentrale Herausforderungen im Fokus:
- die schnell voranschreitende Digitalisierung
- das Unterstützen der Labore bei der Erhöhung ihrer Wertschöpfung
- die Steigerung der Attraktivität des Berufs
Dazu müssen wir für Letztere zum Beispiel die Grundbildung stetig aktualisieren und stärken, die berufliche Aus- und Weiterbildung fördern und die Öffentlichkeit sowie Jugendliche gezielt ansprechen, damit der Beruf wieder attraktiver wird.
Grundbildung Zahntechnikerinnnen und Zahntechniker in der Schweiz
SDN: Für die Grundbildung sind ja Sie Roland Zellweger neu im Zentralvorstand VZLS zuständig – gratuliere!
Zellweger: Danke — ich freue mich sehr über die Verantwortung für das Ressort Grundbildung.
SDN: Man sagt, dass ZahntechnikerInnen nach der Lehre etwas weiterbildungsfaul sind. Wie kann man hier motivieren?
Zellweger: Dass Zahntechnikerinnen und -techniker „weiterbildungsfaul“ seien, stimmt sicherlich teilweise, greift aber zu kurz. Häufig fehlen Zeit, klare Anreize oder ein attraktives, relevantes Angebot, das sich mit dem (oftmals strengen, teils nicht planbaren) Arbeitsalltag vereinbaren lässt. Ein Ansatz zur Motivation muss sein, Relevanz herzustellen: Weiterbildung muss direkten Nutzen bringen — z. B. konkrete Techniken, Digitalisierungskompetenzen, Effizienzsteigerungen oder Qualifikationen, die kurzfristig im Betrieb anwendbar sind.
Trends in der Zahntechnik
SDN: Neue Leute, frischer Wind. Der Gipsstaub scheint mit der Digitalisierung definitiv grösstenteils aus dem Labor verbannt, was wird sich Ihrer Meinung nach sonst noch in der Zahntechnik ändern?
Zellweger: Die Digitalisierung ist auch nur eine Etappe auf dem grossen Weg der Entwicklung insgesamt. Ich denke, eine Entwicklung die wir in der nächsten Zeit sehen werden, ist der vermehrte Einsatz von KI in unseren Prozessen. Sie wird einerseits Routineaufgaben beschleunigen, erfordert aber andererseits auch klare Regeln für die Validierung und Verantwortlichkeiten. Gleichzeitig bleibt die Zahntechnik ein Handwerk: Sie ist eine Kunst. Maschinen können präzise arbeiten, doch Perfektion entsteht durch den Menschen — seinen Verstand, sein Auge und sein Gefühl für Ästhetik. Unser Anspruch als Verband ist, unsere Branche in diesem Wandel aktiv zu begleiten — Die Grundtendenz ist klar: Technik ersetzt nicht den Menschen, sie verändert die Aufgaben. Wer sich frühzeitig anpasst, kann daraus Wettbewerbsvorteile und neue Geschäftsfelder gewinnen.
SDN: Viel Erfolg dem neuen Team!


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