Kokain und Co: Welchen Einfluss haben Drogen auf die Zähne?

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Robbie Williams, britischer Popstar und ehemaliges Mitglied von Take That, zeigt auf Instagram sein neues Lächeln- strahlend weisse Zähne. Williams gab zu, dass seine alten Zähne unter anderem durch den Konsum von Kokain, stark gelitten hatten. Welchen Einfluss haben Cannabis, Kokain und Co auf die Zähne? Denn Zahlen belegen, Kokain ist längst nicht mehr die Droge der Rockstars sondern in der breiten Bevölkerung angekommen. In der Schweiz haben 6,2% der Personen ab 15 Jahren, also fast 400’000 Personen, schon einmal Kokain konsumiert. Die Droge ist vor allem bei den 20- bis 34-Jährigen und bei den Männern (in allen Berufsgruppen), verbreitet. Cannabis ist weiterhin die am häufigsten konsumierte illegale Droge in der Schweiz.

Interview mit Dentalhygienikerin und Mitglied Zentralvorstand von Swiss Dental Hygienist, Antonella Tepedino zu Drogen und ihrem Einfluss auf die Zähne und zur Thematik warum auch künstliche Zähne geputzt werden müssen.

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Kokain, Flaschenöffnen und schlechtes Putzen

Strahlemann Robbie Williams gesteht, dass er wenig Gutes für seine Mundgesundheit getan hat. Er habe schlecht geputzt und auch habe sein Kokain Konsum nicht zu einer guten Mundgesundheit beigetragen. Zudem habe er die Angewohnheit, Flaschen mit den Zähnen zu öffnen. Auch Zähneknirschen und der tägliche Konsum von viel Kaffee haben Robbies Zähne von Jahr zu Jahr, nach eigenen Aussagen, immer miserabler aussehen lassen.

Foto Instagram Robbie Williams mit neuen Zähnen (Provisorium).

Frau Antonella Tepedino, Sie sind Dentalhygienikerin und Mitglied des Zentralvorstandes von Swiss Dental Hygienists. Dentalhygiene – Swiss Dental Hygienists. Sie haben in den Medien mitverfolgt, wie Robbie Williams‘ Zähne offensichtlich gelitten haben. Der Superstar gab Drogen, Knirschen und schlechtes Zähneputzen als Gründe für den desolaten Zustand seiner Beisserchen an. Wie schlecht sind Drogen generell für die Mundgesundheit?

Antonella Tepedino: Eine integrative Übersicht über orale Veränderungen bei Kokainkonsum aus dem Jahr 2022 zeigt, dass mehrere durch Kokainmissbrauch verursachte orale Veränderungen festgestellt werden können: vor allem Perforation des Gaumens, Prädisposition für parodontale Erkrankungen, temporomandibuläre Störungen, Bruxismus, Schädigung des oralen Gewebes, Zahnkaries, destruktive Läsionen der Gesichtsmitte, Xerostomie und Ageusie.

Das sind eine ganze Menge an Veränderungen, wie wurden diese denn festgestellt?

Antonella Tepedino: Fachleuten verwendeten dafür am häufigsten die Diagnosemethoden Anamnese, intraorale Untersuchung und die Computertomographie von Kopf und Hals.

Veränderung der Mundgesundheit durch Kokain

Was bedeuten denn nun diese Veränderungen, die durch den Konsum von Drogen entstehen?

Antonella Tepedino: Die integrative Übersicht kam zur Schlussfolgerung, dass die Behandlung dieser Patienten keine leichte Aufgabe ist, da viele der Betroffenen nicht einmal professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Das zahnmedizinische Fachpersonal muss in der Lage sein, diese Manifestationen und Veränderungen zu erkennen, um eine rechtzeitige und genaue Diagnose und Behandlungsplanung zu erstellen.

Dies bedeutet, dass Personen, die Drogen konsumieren, besondere Aufmerksamkeit für ihre Zähne benötigen.

Antonella Tepedino: Ja und was sicherlich nicht ausser acht gelassen werden darf, ist die Einnahme von Schmerz-, Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Je nach Einnahmedauer und Verwendung können diese die Entwicklung einer Sucht begünstigen. (Quelle: Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) | Bundesamt für Statistik (admin.ch)

Robbie Williams gab auch zu, dass er Flaschen mit seinen Zähnen geöffnet hatte. Etwas das man auch noch häufig sieht. Was halten Sie davon?

Antonella Tepedino: Wie der Körper, altern auch die Zähne. Im Alter können Zähne brüchiger und poröser werden. Das Öffnen von Flaschen und/oder das Aufreissen von Packungen mittels Zähnen kann Frakturen und/oder Risse der Schmelzstruktur hervorrufen. In die gleiche Kategorie fallen Überbelastungen der Frontzähne durch Nägelkauen oder das Knabbern von Schalentieren/Nüssen.

Ein strahlendes Lächeln kann das Selbstbewusstsein und das allgemeine Wohlbefinden erheblich beeinflussen – ein neues Lebensgefühl, nicht nur für den Popstar…

Antonella Tepedino: Das ist so! Gesunde und schöne Zähne sind ein wertvolles Gut. Sie wirken sich positiv auf das Selbstwertgefühl, das Beissen, die Aussprache, die Ästhetik und vieles mehr aus. Durch regelmässige Dentalhygienebehandlungen können Probleme vorzeitig erkannt, Kosten gesenkt und das Gesundheitswesen weniger belastet werden.

Künstliche Zähne müssen auch geputzt werden

Wenn sich jemand wie Robbie Willams die Zähne rundum erneuern lässt, denken viele, das sind ja künstliche Zähne, da kann nichts mehr kaputt gehen, da muss man nicht mehr putzen. Was sagen Sie dazu?

Antonella Tepedino: Nach wie vor besteht der Irrglaube, dass künstliche Zähne kein spezielles Augenmerk benötigen. Wer sich länger an der jeweiligen Sanierung erfreuen möchte, sollte zwei bis drei Mal pro Tag mit einer weichen Zahnbürste die Zähne reinigen und abends eine gründliche Zahnzwischenraumreinigung tätigen. Wir empfehlen regelmässig eine/e dipl. Dentalhygieniker*in HF aufzusuchen, um prophylaktisch möglichen Problematiken wie zum Beispiel Karies, Zahnfleischentzündungen (Ginigvitis), Zahnbetterkrankungen (Parodontitis), Mundgeruch etc. vorzubeugen.

Vielen lieben Dank Frau Tepedino für das Interview!

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Kokain, Cannabis und Co.

Der Konsum psychoaktiver Substanzen ist in der Schweiz weit verbreitet. Acht von zehn Personen trinken Alkohol, jede vierte raucht, und mehr als 200’000 Personen im Erwerbsalter haben im vergangenen Monat mindestens einmal Cannabis konsumiert. 

Doppelt so viele Personen geben an, bereits einmal im Leben eine illegale Substanz (ohne Cannabis) konsumiert zu haben (Quelle: Bundesamt für Statistik BFS (2024): Schweizerische Gesundheitsbefragung). 

Sucht ist die gefährlichste Form des Konsums und wird medizinisch als Krankheit betrachtet. Fachleute sprechen oft von Missbrauch oder Abhängigkeit. Typische Merkmale sind ein unkontrollierbares Verlangen, Entzugssymptome, Toleranzentwicklung und die Vernachlässigung von Lebensbereichen.

Info zum Thema Mundgesundheit: Dentalhygiene – Swiss Dental Hygienists

Das Bild wurde mit KI erstellt.