Interview Moritz Wenger

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„Ich besuche Zahnarztpraxen und Labors so oft wie möglich“

Interview Moritz Wenger, Country Manager Switzerland, Ivoclar.

Herr Wenger, Sie sind seit über 10 Jahren für die Unternehmung Ivoclar tätig und für den Schweizer Markt verantwortlich. Sind Sie als Country Manager Schweiz auch in den Labors anzutreffen? Machen Sie noch Kunden-Besuche?

„Ja, ich fahre regelmässig zu Kundinnen und Kunden, weil ich den Markt sehen und verstehen und die Wünsche, die Bedürfnisse, aber auch die Probleme hören möchte. Am liebsten würde ich das häufiger machen – mindestens einmal die Woche – das schaffe ich leider aber nicht immer. Aber so oft ich kann, besuche ich Zahnarztpraxen und Labore. Generell ist der Austausch mit unseren Kundinnen und Kunden und das konstruktive Feedback, das wir erhalten können, sehr wichtig.“

Erhalten Sie Rückmeldungen und Informationen aus erster Hand von den Labors, geben Sie diese weiter? Fliessen die Inputs z.B. in Fertigungsprozesse ein?

„Ja. Ich nehme Feedback gerne an und gebe es intern weiter. So lernen wir für die Weiterentwicklung unserer Produkte oder bekommen Ideen für neue Lösungen. Umgekehrt kann ich ebenfalls versuchen Labore zu unterstützen, in welche Richtung die technologische Weiterentwicklung geht. Wie sich der Markt aber entwickelt, das kann ich nur sehr beschränkt beeinflussen. Die Industrie hat einen grossen Einfluss, das ist so, und ich kann meinen Beitrag dazu leisten. Dass wir auch in Zukunft unsere Kundinnen und Kunden haben und uns am Markt behaupten können geht nur mit einer gewissen partnerschaftlichen Zusammenarbeit und nachhaltigem Handeln.“

Was ist Ihre Meinung zum Thema Digitalisierung in der Zahntechnik?

„Die Digitalisierung ist vielerorts im Labor angekommen. Ich habe die Zeit erlebt, zu der sich viele Techniker noch gefragt haben, ob sie einen Scanner und entsprechende Software einsetzen oder nicht. Ich bin froh, dass heute eigentlich klar ist, dass der digitale Anteil in einem zahntechnischen Workflow für alle Beteiligten einen Benefit hat und dass man Technologie nutzen sollte und nicht davor wegläuft oder sie als Feind sieht. Es geht nicht mehr darum, ob man einen Scanner einsetzt, sondern welchen Scanner man verwendet. Zusammengefasst fragen sich Zahntechnikerinnen und Zahntechniker heute, wie sie den digitalen Workflow in ihren Alltag mit ihren Kundinnen und Kunden in ihrem Labor integrieren.“

Sie sind gelernter Zahntechniker und kennen sowohl das Handwerk, die Materie als auch die Industrie. Wie sehen sie die Zukunft des Zahntechnikerberufs?

„Ich denke die Zahntechnik wird bestehen bleiben, aber in anderer Form. Schon heute sehen wir, dass sich Herstellungsverfahren grundlegend geändert haben. In Zukunft sehe ich die Zahntechnikerin und den Zahntechniker noch mehr als Unterstützer und Berater im Behandlungsplan –im Vorfeld, aber auch während der Behandlung. Zahnarztpraxen werden in Zukunft eine viel größere Herausforderung mit Regulatoren haben. Wir sehen das ja in der Industrie mit der Medical Device Relation. Diese regulatorischen Vorgaben bringen teils riesige Herausforderungen mit sich, die man heute oft noch ein bisschen unterschätzt. Ich denke, die Zahnärztin und der Zahnarzt werden sich deshalb nicht mehr so mit Technik beschäftigen können, wie das heute der Fall ist. Sie benötigen die Zahntechnikerin und den Zahntechniker dann vielleicht zusätzlich als beratende und prozess-überwachende Personen, die ihr oder ihm helfen, dass der Behandlungsablauf nach den dann gültigen Regeln erfolgreich und richtig funktioniert.“

Glauben Sie, dass es neue Materialien/Werkstoffe in der Zahntechnik geben wird? Oder in welche Richtung forscht Ivoclar?

„Ivoclar war in den vergangenen 100 Jahren dafür bekannt, Innovationen voranzutreiben – und dem möchten wir natürlich weiter treu bleiben. Wir hören sehr auf das Feedback unserer Kundinnen und Kunden und entwickeln stets weiter an neuen Lösungen und Serviceangeboten. Allein in den letzten Jahren zeigen sich im Bereich der Zirkonoxid-Scheiben einschneidende Veränderungen, die Drucktechnologie entwickelt sich rasant weiter, aber im digitalen Bereich gibt es weitere grosse Weiterentwicklungen. Allein mit dem Ivoclar Ivotion Denture System: Hier ermöglichen wir digitale Prothesen aus einer einzigen Scheibe in einem ununterbrochenen Fräsvorgang zu fertigen – ganz ohne aufwendige, manuelle Arbeitsschritte. Wir versuchen aber auch über Produktinnovationen hinaus unseren Kundinnen und Kunden weitere Lösungen anzubieten. So arbeiten wir ebenso stetig an Serviceangeboten, mit welchen wir unterstützen können. Bei Qualität und Effizienz gehen wir nie Kompromisse ein und freuen uns auch in Zukunft neue Innovationen zu präsentieren.“

Moritz Wenger, Countrymanager Switzerland Ivoclar
moritz wenger
Moritz Wenger im Interview mit Swissdentalnews Chefredaktorin Marion Gredig an der IDS23

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